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Die gesundheitlichen Vorzüge des Lachens
Ein ausführlicher Text (Teil 1)
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Ein wichtiger Punkt sei an dieser Stelle gleich erwähnt: Lachen wird niemals alleine einen kranken Menschen wieder völlig gesund machen. Aber als begleitende Therapie kann das Lachen beeindruckende Erfolge erzielen. Außerdem hilft es gesunden Menschen, gar nicht erst krank zu werden.

Bereits in den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstand in den USA ein neuer medizinischer Forschungszweig, der „Lachforschung“ genannt wurde. Der wissenschaftlich lateinische Name der Lachforschung lautet: Gelotologie. (griechisch: gelos = lachen)

Bereits im Jahre 1953 wurde von der Neurophysiologie das Lustzentrum im Gehirn entdeckt. Es ist im sogenannten limbischen System lokalisiert. Die Übertragung von Gefühlsreaktionen erfolgt über Neurotransmitter, die im Bereich der Synapsen (dem Abstand zwischen zwei Zellen) tätig werden. Dadurch wird die Nervenüberleitung beeinflusst. Die Aktivität der Neurotransmitter wird durch die - auch als „Glückshormone“ bezeichneten - Endorphine (inneres Morphium) erweitert. Lachen setzt Endorphine frei.


Schauen wir auf ein Experiment, das Dr. Lee S. Berk, Professor der Loma Linda Universität in Kalifornien, im Jahre 1994 durchgeführt hatte. Beteiligt waren zwei Gruppen, die beide aus etwa 50 gesunden Personen bestanden. Der ersten Gruppe wurde eine Stunde lang ein Humor-Video vorgeführt. Eine halbe Stunde vor, eine halbe Stunde nach Beginn, eine halbe Stunde nach Ende des Videos und 12 Stunden danach wurden Blutproben genommen. Die zweite Gruppe wurde unter Normalbedingungen, die keinen Anlass zu Humorausbrüchen gaben, untersucht. Auch den Personen dieser zweiten Gruppe wurden zur selben Zeit Blutproben entnommen wie jenen, die sich über den Film amüsierten. In sämtlichen Blutproben wurden anschließend Anzahl und Aktivitäten der natürlichen Killer-Zellen (Antikörper), des Plasmas Immunoglobulin und verschiedener Zytokine (Eiweiß) gemessen.
Bei den Blutproben der ersten Gruppe (die den lustigen Film gesehen hatte) ergab sich eine Zunahme der Aktivität der Killer-Zellen und des Immunoglobulins; manche der Immunoglobulin-Effekte hielten zwölf Stunden lang an, und auch die Anzahl der Zytokine nahm zu. Somit wurde experimentell nachgewiesen, dass sich in der Folge eines intensiven Lachens deutliche neuroendokrinologische Veränderungen ergeben. Dies sei im Einzelnen näher erklärt:
Die sogenannten Killer-Zellen sind für die körpereigene Immunabwehr von besonderer Bedeutung, da sie gerade solche Zellen im Körper eliminieren, die durch eine Virus-Infektion geschädigt wurden. Entsprechendes gilt für bestimmte entartete Tumorzellen. Dr. Berk und seine Mitarbeiter konnten nachweisen, dass die Aktivität und Anzahl dieser natürlichen Killer-Zellen nach einem intensiven Lachen ansteigen.
Berk stellt in seinen Untersuchungen außerdem fest, dass es nach einem herzhaften Lachen zu einer Vermehrung der Immunglobulin-A Antikörper kommt. Diese sind von großer Bedeutung für die körpereigene Immunabwehr. Immunglobuline sind Eiweißkörper, die sich im Mundraum befinden, um Viren und Bakterien Widerstand zu leisten. Sie gelangen aus dem Blut in den Speichel. Aus früheren Untersuchungen war bekannt, dass Stress und alle Arten negativer seelischer Befindlichkeit die Anzahl der Immunglobuline senken und so dem Keimbefall Vorschub leisten.
Dr. Berk stellte tatsächlich fest, dass die Anzahl der Immunglobuline im Serum (Blut) nach einer Lachübung ebenso angestiegen war wie im Speichel. Die Aktivität der Immunglobuline bezieht sich vor allem auf den oberen respiratorischen Trakt (Atmungsapparat) und hilft, Verletzungen und Infektionen zu verhindern. (Bei Marathon-Joggern kommt es übrigens zum entgegengesetzten Effekt: Die Anzahl der Immunglobuline im Speichel nimmt ab, und die Anfälligkeit für Infektionen im respiratorischen Trakt erhöht sich).
Auch die Veränderung von Zytokinen (Bestandteile der weißen Blutzellen) nach einer deutlichen Humorreaktion ist untersucht worden. Im Vordergrund steht dabei das Gamma-Interferon, ein Zytokin, das vom Immunsystem produziert wird. Seine antivirale Wirkung ist seit längerem bekannt. Außerdem hemmt dieser Botenstoff die Vermehrung von Tumorzellen.
Dr. Berk konnte nachweisen, dass es nach einem herzhaften Lachen im Blut der betreffenden Probanden zu einer Vermehrung dieses Zytokins gekommen war.


In einer 1996 durchgeführten Untersuchung fand Dr. Berk ebenfalls erstaunliche Ergebnisse heraus. Es handelte sich um Herzinfarkt-Patienten, die über ein Jahr in ihrem Krankheitsverlauf beobachtet wurden. Wieder gab es zwei Gruppen: eine Experimental- und eine Kontrollgruppe. Der Experimentalgruppe wurde es erlaubt, während 30 Minuten pro Tag ein Humor-Video zu betrachten. Die Forscher fanden heraus, dass die Mitglieder der Experimentalgruppe einen geringeren Blutdruck und geringeren Bedarf an Beta-Blockern hatten. Zudem war eine deutlich geringere erneute Infarkt-Gefahr als bei der Kontrollgruppe festzustellen!
Das Untersuchungsteam um Dr. Berk kam zu der Feststellung, dass „fröhliches Lachen sich durchaus messen kann mit klassischen biologischen Antworten in der Behandlung von Stress, und dass das Lachen über einen beachtenswerten Zeitraum nach der Sitzung wirksam ist.“        weiter zu Teil 2
Berk, L. S.:(1996) The laughter-immune connection: New discoveries. Humor & Health Journal, V (5), 1-5